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Kind & Sehen

Richtig sehen lernen

Die Anlage zum Sehen ist in jedem Menschen angelegt, ebenso wie etwa die Anlage zum Laufen. Und ebenso wie das Laufen gelernt werden muss, muss auch das Sehen trainiert werden. Wenn aber am Auge etwas nicht stimmt, braucht das Kind die Brille sozusagen als Trainingsgerät. Die Etappen zum „Adlerauge”:

Seh-Check beim Spielen

Im 1. Monat sehen die Augen des Neugeborenen noch nicht besonders scharf. Aber es kann doch Helligkeit erkennen.

2. Monat: Das Baby kann schon Umrisse eines Gesichts oder grobe Muster wahrnehmen.

Im 3. und 4. Monat schaut es den Eltern lächelnd ins Gesicht. Lenken Sie das Interesse des Kindes auf irgendeinen lustig-bunten Gegenstand. Die Kinderrassel oder das Kuscheltier vor den Augen des Kindes hin- und herspazieren lassen. Ihr Kind sollte den Gegenstand nicht mehr aus den Augen lassen.

5. Monat: Jetzt sieht es seine Eltern ganz genau. Heimliches Davonschleichen aus dem Zimmer provoziert lautstarken Protest.

6. Monat: Das gezielte Greifen nach Gegenständen beginnt.

7. Monat: Jetzt gelingt es schon ganz gut, einen Gegenstand in die Hand zu nehmen, ihn zu drehen und zu wenden. Versuchen Sie es mit einem der ältesten Kinderspiele der Welt, das Guckguck-Spiel. Verstecken Sie sich vor den Augen des Kindes hinter der Zeitung, dem Sofakissen oder der Gardine. Jetzt sind Sie weg, und nur noch ein "Guckguck" verrät dem Kind, wo Sie stecken. Jedes normal entwickelte Kind fängt jetzt an, mit Augen- und Körperbewegungen nach Mutter oder Vater zu suchen.

8. Monat: Das Baby ist in der Lage, bekannte und fremde Gesichter zu unterscheiden. Das Interesse des Babys gilt allen einigermaßen erreichbaren Gegenständen, die es liebend gern in den Mund steckt. Beobachten Sie, ob das Kind dabei gezielt zufasst.

9. Monat: Daumen und Zeigefinger werden aktiv. Sie picken kleinste Gegenstände präzise auf.

11. Monat: Auf die Frage „Wo ist Papa?” wendet das Kind den Kopf, um ihn zu suchen.

12. Monat: Am Ende des ersten Lebensjahres gibt das Kind den Eltern ganz gezielt Gegenstände in die Hand. Es wird Zeit für das erste Ballspiel. Setzen Sie Ihr Kind zwei bis drei Meter entfernt auf den Boden, und kullern Sie ihm einen Ball zu. Beobachten Sie, ob es ihn richtig greift.

Alarmzeichen für die Eltern

Unverzüglich einen Augenarzt aufsuchen sollten Sie, wenn Sie bei einem Baby oder Kleinkind eines der folgenden Merkmale beobachten:

  • Schielen
  • Augenzittern
  • Zwanghaftes Schiefhalten des Kopfes
  • Auffallend große Augen
  • Lichtscheue oder keine Reaktion auf Licht
  • Getrübte Hornhaut
  • Weißliche Pupillen oder gelbliches Aufleuchten der Pupille bei direkt einfallendem Licht
  • Ständiges Reiben mit den Fingern an den Augen und Grimassieren
  • Große, starre Pupillen auch bei Lichteinfall
  • Verdrehen der Augen, ohne etwas anzuschauen
  • Vorbei greifen

Bei älteren Kindern sind folgende Auffälligkeiten oft ein Zeichen von Sehschwäche und Augenkrankheiten:

  • Häufiges Stolpern oder Stoßen an Möbeln
  • Zunehmende Sehschwierigkeit bei Dämmerung und Dunkelheit
  • Plötzliche Verschlechterung der Schulnoten
  • Unlust am Lesen
  • „Sich-Absondern” von anderen Kindern